Leserbriefe

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Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

 

Ein Kommentar

  1. Dieser Leserbrief erreichte unsere Redaktion per E-Mail:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Ihnen einen besonders hinterhältigen und mit Worten eigentlich nicht zu beschreibenden Fall von Tierquälerei anzeigen.

    Passiert ist der Vorfall am vergangenen Freitag, den 16.06.2017.

    Morgens um 06.30 Uhr ließ ich meine beiden Hauskatzen auf den Hof des Mehrfamilienhauses, welches wir in Bad Doberan in der Fritz-Reuter-Straße bewohnen. Ich lasse meine Katzen generell nur raus, wenn jemand, mein Freund oder ich, daheim sind. Ich möchte nicht dass meine beiden Katzen womöglich vor der Haustür stehen und nicht wieder hereingelassen werden. Viel zu groß ist meine Sorge sie könnten, weil sie nicht reingelassen werden, womöglich davonlaufen, weil ihnen nicht die Tür geöffnet wird wenn sie sich bemerkbar machen.

    Aber zurück zur Sache. An diesem Freitag habe ich meine beiden Katzen also rausgelassen, weil mein Freund an diesem Tag von Zuhause aus gearbeitet hat und die Katzen zu jeder Zeit wieder hereingelassen werden konnten. Gegen 10.30 Uhr ging mein Freund in den Waschkeller um eine Ladung Wäsche anzustellen. Hierbei bemerkte er, dass unsere Katze auf der Kellertreppe saß und scheinbar herein wollte. Unser Kater saß im Nachbarsgarten und jaulte ganz jämmerlich. Also nahm er beide Katzen wieder mit in die Wohnung. Zurück in der Wohnung bemerkte mein Freund dann, dass unsere Katze Blut an der Nase hatte. Zuerst dachte er sich nichts dabei, denn es kommt schon mal vor, dass sie sich Kratzer draußen zuzieht. Doch dann schaute er nochmal genauer hin und sah, dass sie aus Nase und Maul blutet. Ich bin ihm so dankbar, dass er sofort reagierte und unsere Katze in die Tierklinik Rostock, Thierfelder Straße, brachte. Als er mir erzählte dass unsere Katze scheinbar krank sei, machte ich mich sofort auf den Weg von meiner Arbeitsstelle zur Tierklinik. Dort wurde unsere Katze bereits untersucht. Die Röntgenaufnahmen zeigten dann die Ursache. Frau Dr. Berger, die behandelnde Tierärztin, erklärte mir, dass auf meine Katze geschossen wurde und sich mindestens 3 sogenannte Diabolo-Geschosse in ihrem Körper befinden. Eines in der Schulter, eines im Nacken und eines direkt im Kopf, welches auf das linke Auge drückt und durch die dadurch verursachten Blutungen im Kopf auch den Blutfluss aus Nase und Maul verursachte. Ob noch weitere Projektile in meiner Katze sind konnte nicht abschließend ausgeschlossen werden, da lediglich der Bereich Kopf/Nacken/Schulter geröntgt wurde. Die Geschosse stecken so tief im Körper, dass sie äußerlich nicht zu ertasten sind. Das allein zeigt schon mit welchem Druck die Geschosse abgefeuert wurden. Ob unser kleiner Kater auch Geschosse abbekommen hat können wir nicht ausschließen. Laut der Ärzte ist es durchaus möglich, dass die Geschosse im Körper einer Katze verbleiben können. Um ihm nun den Stress einer Narkose für die Röntgenaufnahmen zu ersparen, haben wir bislang von Untersuchen des kleines Katers abgesehen.

    Vom 16.06.2107 bis zum 17.06.2017 wurde meine Katze in der Tierklinik überwacht. Am 17.06.2017 durften wir sie gegen 13.00 Uhr glücklicherweise wieder abholen. Am 19.06.2017 findet der Nachsorgetermin in der Klinik statt und ich hoffe, dass meine kleine Katze keine all zu schlimmen Spätfolgen davontragen wird. Die Geschosse wurden nicht entfernt. Gerade das Geschoss im Kopf sitzt direkt hinter dem linken Auge und eine Operation birgt nach ärztlicher Meinung mehr Risiken beim Entfernen als beim Belassen an dieser Stelle. Jedoch werden wir Zeit ihres Lebens in regelmäßiger Kontrolle bleiben.

    Ich war mehr als schockiert von dem, was meiner kleinen Katze da angetan wurde. Frau Dr. Berger stellte mir eine schriftliche Bescheinigung aus, die ich als Beweis nahm um noch am 16.06.2017 eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Da die Anzeige leider gegen Unbekannt läuft, konnte mir die Polizistin keine großen Hoffnungen machen, den Täter tatsächlich zu finden. Doch damit gebe ich mich nicht zufrieden. Ich will diese Tat öffentlich machen und dafür sorgen, dass der Täter einer hoffentlich annähernd gerechten Strafe nicht entgeht.

    Es entzieht sich meinem Verstand völlig, wie ein Mensch so grausam sein kann und auf eine kleine Katze schießt, die offensichtlich nicht gewildert hat und eindeutig durch ihr auffälliges Halsband als Hauskatze erkennbar ist. Zudem streunen meine beiden Katzen nicht auf Feldern oder im Wald herum. Sie laufen ausschließlich in unserer Wohnsiedlung umher und stellen auch keine Bedrohung für irgendwen oder irgendwas dar. Somit hat der Täter in einer dicht bebauten Wohnsiedlung absolut ohne Grund auf meine Katze geschossen. Neben den Tränen, die ich vergossen habe, wächst mit jeder Minute die Wut in mir. Mir ist durchaus bewusst, dass wir in einem Rechtstaat leben und die Verurteilung ausschließlich durch die Gerichte erfolgen darf. Aber das öffentliche Bloßstellen als dummer und feiger Tierquäler sollte das Mindeste sein, was den Schmerzen meiner Katze gerecht werden darf. Wir haben unsere kleine Katze im letzten Jahr aus dem Tierheim Schlage adoptiert und wollen ihr ein ruhiges und sicheres Zuhause bieten. Und dann kommt so jemand daher und fügt ihr Schmerzen und Leid zu.

    Ich möchte auf diese grausame Art der Tierquälerei aufmerksam machen. Menschen die Tieren Leid zufügen müssen für Ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.

    Mit Tierquälerei darf kein Mensch davonkommen!

    Jetzt schießt dieser feige Täter „nur“ auf kleine Katzen. Doch damit ist die erste Hemmschwelle gefallen. Als nächstes sind unsere Kinder oder Radfahrer oder ältere Menschen seine nächste Zielscheibe? Das kann und darf unsere Gesellschaft nicht zulassen in dem wir einfach weggucken und hoffen dass es eine einmalige Tat war. Der Täter muss gefunden und öffentlich bekannt gemacht werden (wobei ich absolut nicht zur Selbstjustiz aufrufen will!). Nur durch achtsamen Umgang miteinander und das aufeinander aufpassen können wir uns einen Ort schaffen, den wir Zuhause nennen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    M. Wessolowski, Bad Doberan

     

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